MIG statt WIG für Wurzelschweißungen.
Fürs Wurzelschweißen – sprich für eine möglichst porenfreie Fügung des Werkstoffs - gab es bisher die simple Praxis-Formel: Wurzel = WIG. Das war genauso einfach, wie langsam. Also nicht verwunderlich, dass bei nachfolgenden Decklagen wieder zum Elektrodenhalter oder MIG-MAG-Brenner gegriffen wird. Warum aber nicht auch schon bei der Wurzel auf ein schnelleres Verfahren setzen? Das Gegenargument war klar: Die Naht muss stimmen. Gerade die Qualität der Wurzelnaht auf der Innenseite von Rohren machte einen Einsatz anderer Verfahren häufig nicht möglich. Nicht möglich? Damit gaben sich die Lorch Verfahrensspezialisten nicht zufrieden. Ihre Antwort: SpeedRoot. Ein MIG-MAG-Verfahren, welches eine WIG-ähnliche Nahtqualität mit den MIG-MAG-Geschwindigkeitsvorteilen kombiniert.
Cool bleiben ist die Devise.
Dachte man beim Wurzelschweißen an MIG-MAG, dachte man bisher an den herkömmlichen Kurzlichtbogen, um möglichst energiearm zu schweißen. Nur leider erhöhen sich bei der im Prozess notwendigen Kurzschlussauflösung Strom und Span- nung so schnell, dass der Materialübergang fast explosionsartig erfolgt. Das Schmelzbad füllt durch oder die Naht wird zu stark und unregelmäßig durch den Spalt gedrückt. Reduziert man jetzt aber einfach nur die Energie, besteht schnell die Gefahr, dass die Naht nicht mehr ausreichend ausgeprägt ist.
Genau hier setzt SpeedRoot an: HighEnd-Regelungstechnik sorgt für einen „kalten“ Werkstoffübergang mit einer anschließenden, gezielt-energiereduzierten Kurzschlussauflösung. Kein Quäntchen Energie zu viel. Nur exakt die Höhe an Strom und Spannung, die hohe Prozessstabilität garantiert und für ein perfektes, leicht überwölbtes Nahtbild sorgt. Für ein Höchstmaß an Spalttoleranz und Spaltüberbrückung.
Die perfekte Welle.
Das Prozess-Timing des Lorch SpeedRoot ist der entscheidende Faktor. Der Clou: SpeedRoot nutzt positionsabhängig zusätzlich die Wellenbewegungen des Schweißbades, um die Tropfenablösung zu unterstützen und die Energieeinbringung erheblich zu verringern. Der dabei entstehende Effekt ist vom Prinzip vergleichbar mit dem Effekt, der bei einem aktiven Vor- und Zurückziehen des Drahtes bei reversierenden Vorschub-Systemen auftritt. Da SpeedRoot rein prozessorgeregelt funktioniert und keine teure Zusatz-Hardware oder aufwändige, schwere Brennerlösungen benötigt, ergeben sich erhebliche Anwendungs- und Kostenvorteile.
Genial einfach.
Einfache Bedienung und perfekte Handhabung ist der Schlüssel zu maximaler Produktivität. Wer einmal mit dem SpeedRoot bei 3 mm Blechen einen 4 mm großen Spalt ohne Pendelbewegung überbrückt hat, und dabei ein optimales Nahtbild produziert, der will nicht mehr anders schweißen. Wenn Sie denken, das geht nicht, probieren Sie es einfach aus. Am besten auch gleich noch einen 8 mm Spalt, denn die optimale Schmelzbadkontrolle, die der SpeedRoot bietet, lässt Sie auch einfach und locker die Pendelbewegung ausführen. Und dass Sie – neben der Einfachheit des Schweißprozesses – auch ca. 3-mal so schnell sind wie beim WIG-Schweißen, sorgt für einen Quantensprung. So produktiv war Wurzelschweißen noch nie.